Aktuell ist in Paderborn wieder Libori – ein riesen Volksfest mit Kirmes und jeder Menge Bühnen und Bierbuden. Schon sehr lange verfolge ich Stranger-Foto-Projekte. Wer möchte, kann in den folgenden Links mal direkt ein wenig stöbern:

Die Geschichte dahinter ist schnell erklärt: Man geht einfach los und fragt interessante Menschen, ob man nicht ein Foto machen darf. Dabei wird in der Regel einfach Quer, mit relativ offener Blende fotografiert. Der Fokus liegt also wirklich einfach nur auf der Person und dem Ausdruck.

Irgendwie wollte ich das jedenfalls schon immer mal machen – also ging es gemeinsam mit Malte am letzten Dienstag in Richtung Stadt. Eigentlich war auch alles gut. Das Licht war super (bewölkt), nicht zu viel los, alle gut gelaunt und einfach alles super. Ein paar Testfotos (mit Malte) später standen die Settings fest und ich war mit dem Look schon sehr zufrieden. So sollten sie also werden. Dann mal los.

Also erstmal die Kirmes raus und runter gelaufen. Man guckt jedem ins Gesicht und merkt erstmal, wie viele Menschen eigentlich ähnlich aussehen. Auf die meisten hatte ich keine Lust sie überhaupt mal zu fragen. Ich kann das nicht erklären – das Bauchgefühl muss einfach stimmen. Immerhin muss man sich ja auch sicher sein, dass das nachher auch funktioniert und gut aussieht. Lange Zeit ist nichts passiert. Dabei war ich mir nichtmal sicher, ob es an mir oder an den Leuten lag. Dann fragt man sich, ob der eigene Anspruch eventuell viel zu hoch ist.

Man muss dazu sagen, dass ich natürlich nicht nach „Models“ gesucht habe, sondern eben nach interessanten Menschen. Das kann alles sein. Coole Frisuren oder eben Piercings oder Sommersprossen. So genau stand meine Zielgruppe also auch gar nicht fest.

30 Minuten später war immer noch kein Foto im Kasten. Drei Mal habe ich mich aber auch einfach nicht getraut – obwohl es sicher ein gutes Ergebnis geworden wäre. Man fängt dann auch an, sich seine Gedanken zu machen. Wie reagieren die Leute wohl? Hat man da überhaupt Lust zu? Würde man selbst überhaupt ja sagen und mitmachen?

Bei Malte lief es ähnlich gut – also haben wir irgendwann beschlossen, das Projekt zu verschieben. Sicher gibt es nun viele Ausreden, warum das Ganze so gelaufen ist – die Wahrheit ist aber wahrscheinlich, dass wir es uns einfach nicht getraut haben die Menschen anzusprechen – warum auch immer. Normalerweise bin ich eigentlich immer ganz offen und schnell im Gespräch.

Heute ärgert es mich einfach nur, dass ich die Leute nicht angesprochen habe. Das wird auf jeden Fall nachgeholt.