Auch wenn man es schon öfter gesehen hat, finde ich es einen sehr gelungenen Effekt und so „abgenutzt“ (wie beispielsweise Color-Key) ist er noch lange nicht: Wasser im Glas einfrieren. In diesem Artikel möchte Ich kurz beschreiben wie ihr das oben gezeigte Foto ganz leicht nachmachen könnt. Die gute Nachricht? Das Foto hat mich keine 30 Minuten Arbeit gekostet.

Was braucht ihr?

  • Eine Kamera die man manuell einstellen kann (Blende, Verschlusszeit und ISO)
  • Ein Stativ
  • Einen entfesselten Blitz (drahtlos oder kabelgebunden)
  • Einen weißen Hintergrund (Ich habe eine Aufbewahrungsbox von IKEA aufrecht hingestellt)
  • Zwei schwarze flache Gegenstände für die seitliche Abschattung (In meinem Fall einfach zwei Aktenordner
  • Ein Glas
  • Flüssigkeit (ich habe Eistee genommen und ihn später umgefärbt)
  • Klebeband
  • Tücher zum sauber machen 🙂
  • Einen Assistenten oder Funkauslöser für die Kamera

Hier mal eine Skizze vom Aufbau:

WasserGlasEinfrierenSetup

Eigentlich also wirklich einfach und schnell aufgebaut.

Hier meine genutzten Kameraeinstellungen: 1/160s . f/8.0 . ISO 100 . 85 mm. Das ist natürlich mehr ein Tipp als eine Richtlinie. Man muss selbst etwas mit den Werten spielen. Da ich ein drahtloses Set zum Auslösen des Blitzes genutzt habe, war meine kürzeste Verschlusszeit 1/160 Sekunde. Das ist aber nicht schlimm, denn der Blitz brennt natürlich in einer viel kürzeren Zeit ab und friert damit die Flüssigkeit ein. Außerdem spielt die Verschlusszeit bei der Fotografie mit Blitzen sowieso eine untergeordnete Rolle und ist somit nur für die Wirkung des Umgebungslichtes verantwortlich. Dieses sollte man übrigens so gering wie möglich halten – bei Blende 8 und 1/160 Sekunde sollte davon aber auch tagsüber relativ wenig übrig bleiben.

Bevor man startet, wird das Glas auf einer Seite mit Klebeband am Tisch fixiert (sodass es noch zu einer Seite gekippt werden kann). Das ist nötig, damit sich das Glas in der späteren Action nicht verschieben kann und eventuell aus dem Bild gerät. Um einer größeren Sauerei vorzubeugen, sollte man die Fläche um das Glas großflächig mit Küchenrolle oder anderen Tüchern auslegen.

Um die passenden Einstellungen zu finden, kippt man einfach etwas Flüssigkeit in das Glas, fokussiert auf diese (eventuell etwas schwierig) und stellt den Fokus dann auf manuell um. Generell sollte man Blitz und Kamera komplett im manuellen Modus betreiben. So kann man sich sicher sein, dass jedes Foto genau gleich wird und man keinen Ausschuss durch Kameraautomatiken hat.

Dabei würde ich so vorgehen, dass man die Blende vorgibt und die Blitzleistung daran anpasst. Erst wenn die Blitzleistung am Anschlag angekommen ist, würde ich die ISO anheben.

Wichtig ist, dass der Blitz kein direktes Licht auf das Glas werfen kann – in meinem improvisierten Setup habe ich dafür Aktenordner an die Seite gestellt und dahinter den Blitz. So wird außerdem Streulicht vermieden – also doppelt nützlich.

Nun is alles vorbereitet. Der Ablauf ist folgender: Das Glas wird gekippt und mit Schwung wieder „gerade gestellt“. Dabei bewegt sich die Flüssigkeit im Glas natürlich weiter und schwappt eventuell auch heraus. In genau diesem Moment muss man selbst (oder der Assistent) auslösen. Wie stark man „klappen“ sollte muss man ausprobieren. Das hat man aber nach einigen Versuchen schnell raus.

In der Bildbearbeitung habe ich das Foto nur etwas aufgehellt, die Farbe von der Flüssigkeit korrigiert (damit es auch nach Wein aussieht) und ein paar unschöne Wasserflecken am Glas entfernt. Das war eigentlich schon alles.

Sieht also komplizierter aus als es ist und geht mit sehr einfachen Mitteln. Viel Spaß beim nachmachen!