Freitag Abend ging es mit den Kollegen und Freunden auf die jährliche Weihnachtsfeier in Paderborn. Da ich momentan total selten Alkohol trinke, war ein gewisser Pegel relativ fix erreicht. Dennoch ein top Abend mit super Menschen – hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. Also für mich – ich musste mich ja auch nicht ertragen 🙂

Aber darum soll es hier nicht gehen. Gegen 2 Uhr habe ich mich dann ausklingt und wollte den ganz normalen Weg nach Hause gehen, den ich schon 1000 Mal davor gegangen bin. Doch dieses Mal sollte es nicht so glatt laufen. 50 Meter vom Sappho entfernt, auf dem Weg zum Pader-Quellgebiet rannten zwei Typen auf mich zu, schmissen mich auf den Boden und haben mir das Portemonnaie aus der Tasche gezogen. Das ging alles sehr schnell – ich habe kurz drüber nachgedacht mich zu wehren, aber das wäre für mich in der Situation nicht unbedingt positiv ausgegangen.

Nachdem die beiden von mir abgelassen haben, sind sie wieder nach oben auf die belebte Straße gerannt, wo scheinbar noch mehr aus der Truppe warteten. So rannten 4-5 Leute in verschiedene Richtungen weg. Also komplett organisiert. Die hilfsbereiten Türsteher der angrenzenden Clubs haben dann sogar zusammen mit mir noch eine der Bars nach den Typen durchsucht und waren sehr hilfsbereit. Leider erfolglos.

Also Polizei gerufen, Anzeige erstattet (super nette Polizisten übrigens), alle Karten telefonisch sperren lassen und auf Rat der Polizei noch einmal eine Runde gemacht, um zu gucken ob das Portemonnaie eventuell weggeworfen wurde – normalerweise ist ja nur Bargeld das Ziel. In meinem Fall waren es gerade einmal um die 50 Euro. Also nicht der Rede wert. Leider blieb die Suche erfolglos. Wäre ja auch zu einfach gewesen. An dieser Stelle noch einmal ein riesen Dankeschön an Daniel und Florian, die mir beim suchen geholfen, und mich mit dem Taxi nach Hause gebracht haben.

Am nächsten Morgen dann einmal zur Polizei, um die Anzeige abzuholen, für den Doc, denn ich bin blöde auf die Hand gefallen als mich die Täter zu Boden gerissen haben. Wieder einmal eine sehr hilfsbereite Junge Dame der Polizei! Mittlerweile war mein Zeigefinger schon komplett blau und tat auch ordentlich weh. Ohne Krankenversichertenkarte (ebenfalls geklaut) ist es ja beim Arzt schon schwer. Zum Glück nur geprellt, soll wohl von alleine wieder gut werden – ich bin gespannt.

Danach dann ein Lichtblick – eine Facebook-Nachricht, dass jemand meinen Führerschein und Personalausweise gefunden hat. Also die wichtigsten (und teuersten) Dokumente wieder beisammen. Ein super netter Mensch hat die beiden Karten vorm Kampus gefunden. Also sind die Täter scheinbar ein ordentliches Stück gelaufen. So weit weg hätte ich niemals gesucht.

Die restlichen Karten kommen in den nächsten Tagen per Post. Also Kredit-, Krankenversicherungs- und EC-Karte. IKEA-Family- und Packstations-Karte sind jetzt nicht so mega wichtig im ersten Schritt.

Tolle Aktion. Und alles, wegen 40 Euro. Auch nicht besonders schlau gedacht, die Leute zu überfallen, die gerade nach Hause gehen. Da hat doch niemand mehr besonders viel Geld mit.

Dennoch habe ich in der Gesamtsituation jede Menge nette und hilfsbereite Menschen um mich gehabt. Danke an alle!

Am Montag meldete sich die Polizei, ob ich jemanden auf Fotos erkennen würde, was ich leider verneinen musste. Außerdem habe ich bereits am Dienstag eine neue Kreditkarte erhalten. Wenigstens wieder ein bisschen liquide. Schon blöd so ganz ohne Bargeld. Aber wie ich gelernt habe, kann man bei der Bank mit Personalausweis ebenfalls Geld abheben. Bis dahin habe ich mir etwas von meiner Freundin geliehen. Blöde Situation.

Ich habe übrigens einen Tag später in der Zeitung gelesen, dass die Jungs die gleiche Aktion ein paar hundert Meter weiter erneut abgezogen haben. Hoffentlich zieht die Bande bald weiter – kommen ja wahrscheinlich nicht aus Paderborn.

Was ich gelernt habe?

  • Vergesst die Karten-Sperr-Hotline und ruft lieber bei den einzelnen Instituten direkt an. Ich habe am nächsten Morgen bei der Bank angerufen um eine neue Karte zu ordern – da war die EC-Karte noch nicht gesperrt! Die Kreditkarte konnte die offizielle Hotline nichtmal sperren. Sinnloser Service also.
  • Auch wenn es nervt: Die unwichtigen Dinge für den Abend (Führerschein, Kreditkarte, etc.) aus dem Portemonnaie nehmen. Dann tut die Aktion nicht ganz so weh.
  • Lieber doch mit dem Taxi fahren als zu Laufen – mittlerweile laufen ja doch relativ viele hirntote Menschen rum. Ist am Ende günstiger und weniger stressig. Oder nicht allein nach Hause gehen.
  • Selbst direkt neben den belebtesten Straßen ist man nicht unbedingt sicher.

Und nicht unterkriegen lassen – ich bin nochmal mit dem Schrecken davon gekommen. Passt auf Euch auf!